Melanie Bellomo Brand · UI · Digital

MOMent

Kleine Auszeiten. Für deinen echten Alltag.

Ein App-Konzept für Mütter, die im vollen Alltag wieder bewusster Zeit für sich und mit ihrem Kind erleben möchten.

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Disziplinen
Brand Identity · UI/UX · App-Konzept
Rolle
Konzept · Branding · UI Design
Projektart
Eigenes Konzeptprojekt · interaktiver Prototyp
Jahr
2026

Ich bin da. Im Kopf aber schon bei der nächsten Aufgabe.

Die Idee entstand aus meinem eigenen Alltag. Als Mama, die Vollzeit arbeitet, habe ich oft das Gefühl, kaum Zeit für mich zu haben. Gleichzeitig merke ich, dass ich auch die Zeit mit meinem Kind nicht immer so bewusst genießen kann, wie ich es mir wünsche.

Ich wollte lernen, diese kleinen Momente wieder wahrzunehmen. Dazu gehört für mich auch, Me-Time ohne schlechtes Gewissen zuzulassen.

Genauso wichtig ist mir die gemeinsame Zeit: Wenn ich mit meinem Kind allein bin und kurz runterfahren möchte, wünsche ich mir eine einfache Idee, die wir zusammen umsetzen können. Ohne erst lange zu suchen oder zu überlegen, was gerade passen könnte.

Aus diesem Wunsch entstand MOMent. Die App soll dabei helfen, aus einem vorhandenen Zeitfenster eine bewusste kleine Auszeit zu machen — allein oder mit dem Kind.

MOMent Startbildschirm: die Bildmarke über dem Schriftzug MOMent, darunter „Kleine Auszeiten. Für deinen echten Alltag.“ und „Atme ein. Du bist genau richtig hier.“

Anspruch an die Gestaltung

Wie unterstützt eine App im Alltag, wenn schon ihre Bedienung wenig verlangen soll?

Mir war wichtig, dass die Nutzung nicht zusätzlichen Stress auslöst. Die Oberfläche sollte verständlich führen und einen schnellen Einstieg ermöglichen. Daraus wurden vier Leitgedanken.

  1. 01

    Wenige Entscheidungen

    Der Weg zu einem Vorschlag besteht aus wenigen Schritten mit klaren Antworten. Auch „Ich weiß es nicht genau“ ist eine gültige Angabe.

  2. 02

    Passend zur Situation

    Ein Vorschlag muss unter den aktuellen Bedingungen umsetzbar sein — kurz allein, mit Kind, unterwegs oder bei der Arbeit.

  3. 03

    Allein und gemeinsam

    Zeit für mich und bewusst erlebte Zeit mit meinem Kind stehen gleichwertig nebeneinander. Das Kind ist kein Hindernis für eine Auszeit.

  4. 04

    Unterbrechungen einplanen

    Unterbrechungen gehören für mich zu diesem Alltag. Deshalb sind sie ein eigener Teil der Benutzerführung und kein Fehlerfall.

Der zentrale Ablauf

Erst die Situation. Dann der Vorschlag.

Der Weg zu einem MOMent beginnt nicht mit einer Liste von Übungen, sondern mit der Frage, was gerade überhaupt möglich ist.

  1. 01  Situation

    Was ist gerade möglich?

    Kurz für mich, mein Kind ist bei mir, unterwegs oder bei der Arbeit. Diese Angabe entscheidet, was später überhaupt vorgeschlagen werden darf.

  2. 02  Bedürfnis

    Was brauchst du gerade?

    Ruhe, Kopf frei, Bewegung, Draußen, Pflege oder Kreativität. Mehrfachauswahl ist möglich, damit niemand sich für eine einzige Richtung entscheiden muss.

  3. 03  Zeit

    Wie viel Zeit hast du gerade?

    Von einer bis zwanzig Minuten — und „Ich weiß es nicht genau“ als gleichwertige Antwort. Dazu der Schalter, ob der MOMent jederzeit unterbrechbar sein muss.

  4. 04  Vorschlag

    Das könnte gerade passen.

    Wenige Vorschläge statt einer Bibliothek. Die Auswahl steht als Merkzeile darüber und lässt sich in einem Schritt ändern.

Bildschirm „Was ist gerade möglich?“ mit vier fotografischen Karten: Kurz für mich, Mein Kind ist bei mir, Unterwegs, Bei der Arbeit
Bildschirm „Was brauchst du gerade?“ mit sechs Bildkarten; Kopf frei ist ausgewählt
Bildschirm „Wie viel Zeit hast du gerade?“ mit fünf Zeitfenstern und dem Schalter „Jederzeit unterbrechbar“
Bildschirm „Das könnte gerade passen.“ mit der gewählten Kombination als Merkzeilen und zwei Vorschlägen: Kurz raus und Gemeinsam bewegen
Design Note 01

Die Situation steht vor dem Bedürfnis. Wenn mein Kind bei mir ist, soll gar nicht erst etwas vorgeschlagen werden, das allein Ruhe voraussetzt.

Optionaler Einstieg

Die App darf den Alltag kennenlernen — muss aber nicht.

Ein persönliches Setup ergänzt Angaben zu Arbeit, Kindern und eigenen Schwerpunkten. Es lässt sich überspringen und später anpassen. So bleibt der Einstieg auch ohne ausführliche Angaben möglich.

Setup-Einstieg: „Lass uns MOMent zu deinem Alltag passen.“ mit den Schaltflächen „Los geht’s“ und „Mit Demo-Profil ansehen“
Überspringen ist gleichwertig angeboten
Setup-Schritt „Hast du Kinder?“ mit der Auswahl Ja, Nein oder „Lieber nicht angeben“, einem Zähler für die Anzahl und einzelnen Altersgruppen
„Lieber nicht angeben“ steht gleichberechtigt daneben

Wenn der Alltag dazwischenkommt.

Ein laufender MOMent kann pausiert, später fortgesetzt oder für heute beendet werden. Damit greift der Ablauf den Gedanken auf, dass schon ein kurzer Moment Platz haben darf.

Aktiver MOMent „Ruhiger Atem“ auf dunklem Plum-Hintergrund mit bewegter Lichtform, Timer 04:45 und den Aktionen Sound, Pause und Favorit
Aktiver MOMent Dunkle Fläche, ein Titel, ein Timer — sonst nichts
Unterbrechungsansicht: „Alles gut. Das Leben passiert.“ mit den Möglichkeiten Später fortsetzen, Für heute beenden und Weitermachen
Unterbrechung Drei Wege statt eines Abbruchs
Check-in: „Wie fühlst du dich jetzt?“ mit vier Stimmungen und einem optionalen Notizfeld, darunter „Überspringen“
Check-in Freiwillig — Überspringen steht direkt darunter
Design Note 02

Die Unterbrechung ist als eigener Zustand gestaltet, nicht als Abbruch. „Ich wurde unterbrochen“ steht als Schaltfläche im aktiven MOMent — noch bevor etwas dazwischenkommt.

Abschluss

Zum Schluss zählt die Zeit, die tatsächlich vergangen ist.

Der Abschluss nennt die wirklich gelaufene Dauer, nicht die geplante. Auch eine unterbrochene Auszeit bleibt damit ein Moment, der stattgefunden hat.

Abschlussansicht: „Dieser Moment war deiner.“ mit der Angabe „5 Min für dich“ und drei Zeilen: Du hast dir die Zeit genommen. Du hast auf dich geachtet. Du bist wichtig.

Marke und Interface

Eine ruhige visuelle Sprache.

Warme Creme-, Sand- und Taupetöne bilden die helle Grundlage. Deep Plum setzt Akzente bei wichtigen Aktionen und ausgewählten Zuständen. Fotografische Motive mit Fensterlicht, einer Tasse oder weichen Textilien stellen einen Bezug zum Alltag her.

MOMent Primärlogo: die offene Kreisform über dem Schriftzug MOMent

Farbwelt der App

Deep Plum#3A102B
Plum#5D234B
Warm Taupe#C8B7A6
Warm Sand#EADFCE
Warm Ivory#FBF8F3

Typografie

Mehr MOMente für dich.

Playfair Display — Überschriften, MOMent-Namen, persönliche Aussagen

Was brauchst du gerade? · 5–10 Minuten · MOMent starten

Inter — Fließtext, Karten, Schaltflächen und Auswahlzeilen

Alltag hell, MOMent dunkel.

Die App bleibt überwiegend hell. Im aktiven MOMent wechselt sie zu einem dunklen Plum-Hintergrund. Eine langsam bewegte Lichtform begleitet den Timer und macht diesen Abschnitt auch visuell als Auszeit erkennbar.

Startseite der App: „Hallo. Wie ist es gerade bei dir?“ mit fotografischer Karte, Empfehlungen und Navigationsleiste auf hellem Grund
Alltag — Warm Ivory als Grundfläche
Detailansicht „Ruhiger Atem“ mit Foto, Merkzeilen zu Dauer, Kindtauglichkeit und Unterbrechbarkeit sowie der Schaltfläche „MOMent starten“
Detail — noch im hellen Alltag
Aktiver MOMent auf dunklem Plum-Hintergrund mit Lichtform und Timer
MOMent — Deep Plum übernimmt die Fläche
MOMent Brand Board mit Logovarianten, App-Icon, Farbpalette, Farbverläufen, Schrifthierarchie, Icon- und Illustrationsstil sowie Bildsprache
Brand Board v1.0 — die Grundlage, aus der das Interface entwickelt wurde

Im Verlauf der Ausarbeitung

Zwischen Atmosphäre und Lesbarkeit.

Die fotografischen Flächen tragen die Stimmung der App. Genau dort wurde es an einigen Stellen schwierig, den Text noch gut zu erkennen.

Onboarding-Ansicht „Ein Alltag voller To-dos. Und du mittendrin.“ mit durchgehender Fotografie und einer hellen, lesbaren Textfläche im unteren Bereich
Verlauf und Textfläche überarbeitet
Korrektur 01

Texte über Fotos waren an einigen Stellen schwer zu erkennen. Verläufe und Textflächen wurden daraufhin überarbeitet.

Korrektur 02

Die Beschriftungen der anklickbaren Karten wechselten zur serifenlosen Schrift. Die Serifenschrift bleibt den persönlichen Aussagen vorbehalten.

Offen

Bei den Bedürfniskarten wird das Verhältnis von sichtbarem Bild und lesbarer Textzone noch verfeinert.

Ein Prototyp, den man durchklicken kann.

Entstanden ist ein klickbarer Browser-Prototyp, der den Weg vom Onboarding über die Auswahl bis zum aktiven MOMent und seinem Abschluss abbildet. Favoriten, gespeicherte Einstellungen und Rückblicke ergänzen die zentrale Nutzung.

Ansicht „Entdecken“: alle MOMente mit Kategorie- und Zeitfiltern sowie Karten mit Dauer, Titel und Hinweisen wie „Mit Kind möglich“
Entdecken — mit kombinierbaren Filtern
Profilansicht „Ich“ mit den Bereichen Mein Alltag, Kinder und Familie, Meine Präferenzen, Favoriten und Wearable
Profil — alles jederzeit änderbar

Zur Umsetzung

Die technische Umsetzung wurde mit KI-Unterstützung entwickelt; auch die Bildmotive wurden mit KI erzeugt. Empfehlungen funktionieren im Prototyp regelbasiert, Einstellungen werden lokal gespeichert. Es gibt keine KI-Auswertung, kein Konto und kein Backend. Wearable-Anbindung und Benachrichtigungen sind als Demo angelegt und im Prototyp als solche gekennzeichnet.

Was offen bleibt

MOMent zeigt, wie aus einer persönlichen Alltagserfahrung ein Produktkonzept mit einer dazu passenden Gestaltung entstehen kann. Ob die Benutzerführung tatsächlich als einfach empfunden wird und die Vorschläge im Alltag helfen, ist noch nicht durch Nutzungstests belegt.

Als nächsten Schritt würde ich deshalb mit Müttern prüfen, wie sie passende Momente finden, welche gemeinsamen Ideen für sie funktionieren und ob sich die App dabei als Unterstützung anfühlt.